Das Maiskorn braucht ein warmes Bett

Bonn (DMK) – Wetterextreme wie die Trockenheit und Hitze 2018, Sturmschäden 2017 oder Überschwemmungen in 2016 haben die Landwirte sensibilisiert. Mit dem 1 x 1 des Pflanzenbaus könnten die Maisbauern den Anbau optimieren und die Folgen von Extremwetterlagen abpuffern, berichtet Norbert Erhardt von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen in einer Veröffentlichung des Deutschen Maiskomitees e. V. (DMK).

So sei es nötig, die Bodenfruchtbarkeit der Ackerstandorte nachhaltig zu fördern. Neben der Verhinderung oder Beseitigung von Bodenverdichtung sei die Einstellung und Erhaltung des standortgerechten ph-Wertes und Humusgehaltes wichtig. Ein ausreichender Humusgehalt beeinflusse die physikalischen Eigenschaften des Bodens positiv, begünstige das Bodenleben und die mikrobielle Lebendverbauung, verbessere die Wasserführung und Durchwurzelbarkeit. Auf diese Weise könnten die Folgen extremer Wetterereignisse abgeschwächt, etwa der Bodenerosion bei Starkregen vorgebeugt werden. Um Trockenstress im Vorfeld zu begegnen, ist eine standort- und sortenspezifisch angepasste Bestandesdichte von großer Bedeutung. Die Empfehlungen der Landwirtschaftskammer bewegen sich zwischen 6 Pflanzen/qm für extrem massenwüchsige Sorten auf Standorten mit häufigen Trockenschäden bis hin zu 10 Pflanzen/qm für kompakte, kleinwüchsige Sorten auf Böden mit sehr sicherer Wasserversorgung. Die Kammern untersuchten auch die Auswirkungen der Bestandesdichte auf Lagerneigung, das Abreifeverhalten, den Ertragsaufbau sowie Futterqualität. Ein dichter Bestand erweist sich, so Erhardt, als deutlich anfälliger für Lager und Stängelbruch, da die Pflanzen länger werden und dünnere Stängel ausbilden.   

Bei der nun anstehenden Maisaussaat ist große Sorgfalt geboten, denn der Mais stellt hohe Ansprüche an die vorbereitende Bodenbearbeitung und die Ablagegenauigkeit des Saatgutes. So sollte die Bearbeitungstiefe in etwa der späteren Ablagetiefe der Maiskörner entsprechen. Sie liegt zwischen vier Zentimetern bei schweren und sechs Zentimetern bei leichten Böden. Mais bevorzugt ein erwärmtes, verdichtungsfreies und gut durchlüftetes Saatbett mit guter Wasserleitfähigkeit. Von daher müssen sich die Landwirte gedulden, trotz aller Bemühungen, möglichst früh auszusäen, um die Vegetationszeit optimal zu nutzen. Der Boden muss sich gesichert auf 8 °Celsius erwärmt haben, denn das Maiskorn und der spätere Keimling reagieren sehr empfindlich auf Temperaturschwankungen. Die Ablagetiefe und der Kornabstand in der Reihe müssen während der Aussaat regelmäßig überprüft werden, um Lücken oder eine ungenaue Verteilung der Körner zu vermeiden. Das DMK stellt den Landwirten als Hilfsmittel auf seiner Homepage www.maiskomitee.de unter Produktion/Anbau/Aussaat den Saatgutbedarfsrechner zur Verfügung. Damit kann der Saatgutbedarf bei vorgegebener Bestandesdichte errechnet werden.

Quelle: Deutsches Maiskomitee e. V. (DMK)